Roadblocker – frameless

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BELEGPRUEFEN

Viele Ausrufezeichen.
Und wo ist der Beleg?

Ein Screenshot ist wie eine herausgerissene Buchseite. Der Rest der Geschichte könnte noch wichtig sein.

Menschen schauen nach unten, Vögel fliegen darüber – bestehendes Roadblocker Motiv

„Passt genau zu meiner Meinung. Mist. Gerade dann will ich wissen, woher’s kommt.“

Was liegt vor dir?

Eine Zahl, ein angeblicher Beschluss oder ein Foto mit erstaunlicher Bildunterschrift? Such dir den passenden Einstieg. Wir gehen dem Beleg hinterher.

Schreib zuerst den Satz auf, den du prüfen willst. „Unglaublich!“ lässt sich schwer nachschlagen. „Die Zahl ist seit 2020 gestiegen“ schon eher. Welche Zahl, wo und für wen? Genau da beginnt die Suche.

Z4hlen, bitte.

Mehr. Aber mehr wovon?

„20 Prozent mehr!“ Zehn Fälle werden zu zwölf. Oder eine Million wird zu 1,2 Millionen. Derselbe Prozentsatz, eine ziemlich andere Hausnummer. Deshalb möchte ich die Ausgangszahl sehen.

Von der Schlagzeile zur Tabelle
  1. Öffne GENESIS beim Statistischen Bundesamt. Über Statistiken kommst du zu den Themen. Unter Bevölkerung liegt zum Beispiel die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes.
  2. Nimm eine Tabelle, die zur Frage passt. 12411-0001 zeigt etwa Bevölkerung für Deutschland nach Stichtag. Eine Behauptung über deinen Landkreis braucht eine andere Auswahl.
  3. Lies Überschrift, Einheit, Zeitraum und Fußnoten. Über Anpassen stellst du die verfügbare Auswahl ein. Ein Strich oder ein Sonderzeichen kann fehlende Daten bedeuten; die Zeichenerklärung sagt dir, was hier gemeint ist.
  4. Unter Download gibt es XLSX und CSV. Behalte Qualitätskennzeichen und Erläuterungen dabei. Notiere Tabellencode, gewählte Jahre und Abrufdatum – sonst findest du später zwar eine Zahl, aber nicht mehr deine Rechnung.

So funktioniert der Zugang laut Destatis. Beispielansicht und Downloadmenü nachgesehen am 31.10.2026.

Was die Überschrift nicht miterzählt.

Hier kannst du den Zusammenhang dazuklicken. Alle Werte sind ausgedachte Rechenbeispiele.

Der Ausgangswert verändert die Wirkung.

„Plus 200 Prozent!“

Stell dir 100 Plätze vor. Zwei weitere werden belegt. Ändere den Ausgangswert und schau, was aus derselben Zunahme wird.

vorher belegt zwei hinzu frei

Vorher1 von 100

Nachher3 von 100

Relativ zum Start+200%

In jedem Fall: zwei Plätze mehr. Bei 100 Plätzen sind das zwei Prozentpunkte.

Aus einem belegten Platz werden drei. Dreimal so viele wie vorher. Dazu gekommen sind zwei Plätze.

Der Balken wächst bis zur Decke. Und die Skala?
  • Wo beginnt die Achse? Ein Balken ab 9 lässt 10 und 12 viel ungleicher aussehen als ein Balken ab 0. Eine gekürzte Skala kann Details zeigen; zum Größenvergleich gehören die Zahlen daneben.
  • Was wird verglichen? Gesamtzahl oder je 100.000 Menschen? Gleicher Monat oder ganzes Jahr? Dieselbe Region und dieselbe Definition? Sonst misst du beim zweiten Mal etwas anderes.
  • Wer fehlt im Durchschnitt? Wenige sehr hohe Werte können den Mittelwert hochziehen. Der Median ist der Wert in der Mitte der sortierten Daten. Schau nach, welchen Wert die Grafik zeigt.
  • Warum ausgerechnet dieser Zeitraum? Zieh den Ausschnitt größer. Ein passender Startpunkt kann einen langen Verlauf ziemlich anders aussehen lassen. Zwei gleichzeitig steigende Kurven erklären außerdem noch nicht, ob die eine die andere verursacht.

Eine amtliche Tabelle ist ein guter Fundort. Ihre Definitionen und Grenzen gehören trotzdem mit auf den Tisch.

0riginal gesucht.

Wo steht das vollständig?

„Die haben beschlossen, dass…“ Wer genau? Und wo ist der Beschluss? Mit einem markanten Satz, einem Namen oder einer Dokumentnummer lässt sich meist mehr anfangen als mit der Empörung darüber.

Ein Zitat oder PDF aufspüren
  1. Kopiere eine auffällige Wortgruppe in die Suchmaschine und setze sie in Anführungszeichen. So suchst du nach dieser Formulierung. Kein Treffer? Nimm weniger Wörter oder suche nach Thema, Ort und Datum.
  2. Grenze die Fundorte ein. Zum Beispiel site:bundestag.de Notfallversorgung filetype:pdf. site: sucht auf der genannten Website, filetype:pdf nach PDFs. Zwischen Doppelpunkt und Wert gehört kein Leerzeichen. Das ist ein Suchbeispiel, kein Beleg für eine bestimmte Behauptung.
  3. Öffne das Dokument auf der Website der herausgebenden Stelle. Wer hat es geschrieben, welche Fassung ist es, von wann stammt es? Auch in einer amtlichen Sammlung kann eine Stellungnahme von jemand anderem liegen.
  4. Suche im PDF mit Strg+F, am Mac mit ⌘+F. Lies den Absatz davor, danach und die Fußnote. „Soll geprüft werden“ ist kein „ist beschlossen“. Ein fehlendes „nicht“ kann den Rest umdrehen. Bei einem Scan ohne durchsuchbaren Text hilft die Suche nicht; dann musst du die Seiten ansehen.

Die Suchzeichen erklärt Google in seiner Suchhilfe.

Wenn es um Bundestag oder Bundesrat geht
  1. Öffne DIP. Gib das Thema oder die Dokumentnummer ein, zum Beispiel den Suchbegriff Notfallversorgung.
  2. Prüfe den Filter Wahlperiode. Die Startsuche ist auf die aktuelle Wahlperiode eingestellt; für ältere Vorgänge brauchst du die passende Auswahl.
  3. Unter Dokument findest du Unterlagen, unter Vorgang ihren Verlauf. Öffne das PDF und schau auch, was danach passiert ist. Antrag, Entwurf, Abstimmung und Verkündung sind verschiedene Stationen.

Das Dokument zeigt dir, was dort festgehalten wurde. Ob eine darin behauptete Wirkung eingetreten ist, kann weitere Daten brauchen.

DIP erklärt die Suche · Weitere Zugänge zu Parlamenten und Entscheidungen

Die Seite ist verschwunden. Gibt’s eine ältere Fassung?
  1. Kopiere die Adresse der gesuchten Seite in die Wayback Machine.
  2. Wähle eine verfügbare datierte Aufnahme. Vergleiche die Fassung vor und nach dem interessanten Zeitpunkt; notiere die Archivadresse samt Aufnahmezeit.
  3. Achte auf Lücken: Bilder, Videos oder nachgeladene Inhalte können fehlen. Der Archivzeitpunkt ist kein sicherer Veröffentlichungstag. Kein Archivfund beweist auch nicht, dass die Seite nie existiert hat.

So erklärt das Internet Archive seine Seitensuche.

Die Unterlage ist offenbar gar nicht veröffentlicht? Hier geht’s vom „finde ich nicht“ zur konkreten Anfrage – mit FragDenStaat und den Dingen, die vor dem Senden wichtig sind.

Noch mal hɪnsehen.

Ein echtes Foto kann die falsche Geschichte erzählen.

Das Bild zeigt vielleicht wirklich ein Hochwasser. Nur eben ein anderes, Jahre früher und woanders. Die Rückwärtssuche sucht nach dem Bild und seinen Varianten. Damit kannst du der Bildunterschrift auf die Finger schauen.

Mit Google Lens nach früheren Fundstellen suchen
  1. Am Computer: Öffne Google und das Kamerasymbol für die Bildsuche. Lade das Bild hoch oder füge seine Bildadresse ein. Das ist die Adresse der Bilddatei, nicht einfach der Artikel.
  2. Am iPhone geht es etwa in der Google App: Lens-Symbol, Bildauswahl, vorhandenes Foto wählen. Die Handy-Anleitung zeigt die aktuellen Möglichkeiten. Andere Geräte können anders aussehen.
  3. Nimm möglichst das ganze Foto. Suche zusätzlich nach einem auffälligen Ausschnitt, etwa einem Gebäude oder Schild. Beigefügte Schrift oder ein Rahmen kann die Suche erschweren.
  4. Öffne die gefundenen Webseiten. Ist es dasselbe Foto oder nur ein ähnliches Motiv? Vergleiche Bilddetails, Datum, Ort und ursprüngliche Beschreibung. Ein Suchtreffer oder eine KI-Zusammenfassung allein beantwortet das nicht.

Googles Computer-Anleitung. Bei einer Bildsuche geht das Bild beziehungsweise seine Adresse an den Anbieter. Nutze öffentliche Bilder, keine privaten Dokumente.

Mit TinEye gegenprobieren

Bei TinEye kannst du ebenfalls eine Bilddatei oder Bildadresse verwenden. Sortiere die Treffer mit Oldest nach den frühesten Funden. Über Compare lassen sich Bildvarianten vergleichen.

„First found“ heißt: damals von TinEye gefunden. Es ist weder das Aufnahmedatum noch sicher die erste Veröffentlichung. Öffne die Fundseiten und lies den Zusammenhang. Keine Treffer heißen erst mal nur: Hier nichts gefunden. Daraus wird kein Echtheits- oder KI-Urteil.

TinEye erklärt die Bedienung · Was das Funddatum bedeutet

Und bei einem kurzen Video?

Halte den Clip an einer markanten Stelle an und mache einen Screenshot. Suche damit wie mit einem Foto. Probier eine zweite Stelle; ein einzelnes Bild kann wenig hergeben. Suche auch einen auffälligen gesprochenen Satz als Text.

Findest du eine längere Aufnahme, schau vor und nach dem Ausschnitt weiter. Ein wiedergefundenes Bild beweist noch nicht, dass Ton, Untertitel und Reihenfolge unverändert sind. Bleibt die Herkunft offen, bleibt sie offen.

Damit der Fund nicht wieder im Tab-Stapel verschwindet.

Schreib auf, was du gefunden hast und was es tatsächlich zeigt. Vier Artikel, die dieselbe Meldung abschreiben, sind vier Fundstellen für denselben Ursprung.

Der Knopf lädt die Notiz als Datei auf dein Gerät. Ohne Speichern geht sie beim Schließen oder Neuladen verloren.

Ein Beleg passt nicht zu deiner ersten Vermutung? Dann hat die Suche etwas gebracht. Fehlt er noch, ist „weiß ich nicht“ ein brauchbarer Zwischenstand. Und falls du schon etwas Falsches weitergegeben hast: die Korrektur gehört auch dorthin.

Wie eine Aussage beim Schwärzen kippt · Weitere Daten und Originalquellen

Werkzeug-Anleitungen nachgesehen am 31. Oktober 2026. Die Links erschließen Material; sie entscheiden nicht für dich, was es belegt. Keine eingebetteten Suchdienste, keine neue Registrierung nötig, um diese Anleitung zu lesen.